USA vs. China: Handelskrieg tobt – Kurse an der Wall Street fallen

Der tobende Handelskrieg zwischen China und den USA hat die Kurse am US-Aktienmarkt zum Wochenauftakt stark beeinträchtigt. Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte um 2,90 Prozent ab auf 25.717,74 Punkte. Dem marktbreiten S&P 500 erging es ähnlich mit minus 2,89 Prozent auf 2844,74 Punkte. Beide Indizes hatten am Montag zwischenzeitlich mehr als dreieinhalb Prozent verloren. Noch schlimmer erwischte es den Nasdaq 100, der zeitweise um mehr als vier Prozent nach unten rasselte und mit minus 3,60 Prozent auf 7415,69 Punkten den Tag beendete.

Alle drei Indizes hatten im Juli noch Kurs-Bestmarken erreicht. Am Montag machten der Dow, der S&P und der Nasdaq 100 aber jeweils die bislang größten Tagesverluste im Jahr 2019. „Das, was wir heute in den USA gesehen haben, ist schon mehr als eine normale Verkaufswelle. Die Anleger sind noch nicht im Panikmodus, aber eine gehörige Portion Unsicherheit ist dabei“, sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners. „Wenn Indizes wie der Nasdaq 100 an einem Tag zwischenzeitlich mit mehr als vier Prozent im Minus liegen, darf das durchaus als Mini-Crash bezeichnet werden.“

Für die Wall Street war es der schlechteste Tag des Jahres

Johannes Eisele / AFP

Für die Wall Street war es der schlechteste Tag des Jahres

Der Handelskrieg erreichte eine weitere Eskalationsstufe, nachdem China Maßnahmen gegen angekündigte US-Zollerhöhungen ergriff und damit die Sorgen der Anleger vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung vergrößerte. So konterte Peking mit einer Abwertung seiner Währung, auch wenn die Notenbank versicherte, die heimische Währung nicht als Mittel im Handelskonflikt einzusetzen.

„Die Tatsache, dass sie jetzt aufgehört haben, die Marke von sieben zum Dollar zu verteidigen, lässt darauf schließen, dass sie jede Hoffnung auf ein Handelsabkommen mit den USA aufgegeben haben“, sagte Julian Evans-Pritchard, China-Volkswirt beim Analysehaus Capital Economics.

Zudem wies die Volksrepublik ihre Unternehmen dazu an, keine Agrargüter mehr aus den USA zu importieren. Die Einfuhren hatte sie vor einiger Zeit als Zugeständnis zugesagt, um den Konflikt etwas zu entschärfen.

Massaker in den USA wirken sich auf die Börse aus

Die Massaker von El Paso und Dayton lassen die Rufe nach strengeren US-Waffengesetzen wieder lauter werden – davon konnten am Montag an der Börse ausgerechnet die großen Waffenschmieden teilweise profitieren. Die Aktien von American Outdoor Brands – dem Mutterkonzern des Herstellers Smith & Wesson – gewannen 2,20 Prozent. Die Papiere des Wettbewerbers Sturm, Ruger & Co gaben indes um 1,48 Prozent nach.

Der Euro stieg zeitweise über 1,12 Dollar. In New York kostete er zuletzt 1,1198 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1182 Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8943 Euro gekostet.