Pseudo-Geländewagen: BMW profitiert vom SUV-Boom

Nach einem tödlichen Unfall mit einem SUV in Berlin stehen derartige Fahrzeuge in der Kritik. Doch neueste Zahlen des Autobauers BMW zeigen, dass deutsche Autokäufer diese Wagen bevorzugen. Der Autobauer verkaufte im Juli gut ein Drittel mehr davon als im Vorjahresmonat. „Unsere neuen X-Modelle sind bei den Kunden sehr beliebt“, sagte Vertriebschef Pieter Nota auf der Automobilmesse IAA.

Insgesamt setzte BMW im vergangenen Monat 157.889 Autos ab und damit 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Verantwortlich für das Plus waren insbesondere die SUV-Modelle. Die Stadtgeländewagen machten knapp die Hälfte der verkauften BMW-Autos aus. In diesem Jahr werden nach Branchenschätzungen erstmals mehr als eine Million der geländegängigen Limousinen in Deutschland neu zugelassen.

Die Wagen sind sehr klimaschädlich, das BMW-Spitzenmodell X7 stößt etwa rund 200 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft. Die meisten auf dem europäischen Markt verkauften Autos liegen derzeit bei 120 bis 130 Gramm.

Der Verkauf elektrifizierter Fahrzeuge stockt hingegen bei BMW. Im August waren es sieben Prozent weniger als vor einem Jahr, im bisherigen Jahresverlauf steht ein Rückgang von drei Prozent zu Buche.

Auf Jahressicht hat die Marke BMW in den ersten acht Monaten 1,39 Millionen Autos verkauft. Damit konnte der Münchner Konzern den Rückstand auf den Rivalen Mercedes-Benz aus dem Daimler-Konzern etwas verkürzen, der bis Ende August 1,5 Millionen Autos verkauft hat. Die VW-Tochter Audi hat im laufenden Jahr bisher 1,21 Millionen Wagen verkauft und liegt damit deutlich hinter der Konkurrenz.