Nach US-Rückzug: Türkei gibt Militäroffensive in Syrien bekannt

Die Türkei hat ihren Militäreinsatz im Nordosten Syriens begonnen. Die türkischen Streitkräfte hätten die Operation gemeinsam mit pro-türkischen Rebellen gestartet, schrieb der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch auf Twitter. Zuvor hatte er mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin telefoniert. Die Türkei hatte in den vergangenen Tagen mehrfach bekräftigt, eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien werde „in Kürze“ beginnen.

Zudem solle bei dem gemeinsamen Einsatz mit der Syrischen Nationalarmee eine „Sicherheitszone“ geschaffen werden, um die Rückkehr syrischer Flüchtlinge zu erleichtern, schrieb Erdogan. Die Syrische Nationalarmee ist der neue Name eines Zusammenschlusses von syrischen Rebellengruppen, die an der Seite der türkischen Streitkräfte kämpfen. Die Schaffung der „Sicherheitszone“ war im August mit den USA vereinbart worden.

Erdogans Regierung drohte in den vergangenen Monaten immer wieder damit, nach den Operationen in Dschrabulus und Afrin ein drittes Mal in Syrien einzumarschieren, um die Kurdenmiliz YPG zu bekämpfen (Lesen Sie hier alle Hintergründe).

Der Nordosten Syriens wird seit Jahren von der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) und der YPG-Miliz als ihrem militärischen Arm kontrolliert. Die Türkei betrachtet die Präsenz der Kurdenmiliz an ihrer Grenze als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist.

Seit US-Präsident Donald Trump nach einem Telefonat mit Erdogan am Sonntag ankündigte, seine Truppen aus der Region abzuziehen, war ein Angriff so wahrscheinlich wie nie zuvor.

Die syrische Kurden riefen Moskau unterdessen auf, einen Dialog mit der Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu ermöglichen. Sie hoffe, „dass Russland die Rolle des Unterstützers und Garanten“ übernehmen werde, erklärte die halbautonome Verwaltung der syrischen Kurden. Moskau unterstützt Damaskus im Bürgerkrieg auch militärisch.

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