Lebensmittelskandale: Klöckner pocht auf Verantwortung der Länder bei Kontrollen

Nach den jüngsten Lebensmittelskandalen und Produktrückrufen nimmt Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) die Bundesländer für Kontrollen in die Pflicht. „Ich lege Wert darauf, wenn die Länder stets ihre Zuständigkeit hier betonen, dass sie ihrer Verantwortung auch mit ausreichend Personal für diese Aufgabe gerecht werden“, sagte Klöckner der „Bild“-Zeitung.

„Als Bund will ich wissen, wo die Schwachstellen vor Ort liegen. Die Länder müssen bereit sein, über stärkere Konzentration und Bündelung von Verantwortlichkeiten zu sprechen, um die Lebensmittelkontrolle zu optimieren.“

Laut „Bild“ will Klöckner eine Runde mit allen Länder-Agrarministerien einberufen. „Ich verlange schnelle Aufklärung, damit solche Fälle, die die Gesundheit unserer Bürger gefährden, sich nicht wiederholen.“

Liste der Produkte

  • In Hessen ist seit Anfang Oktober der Betrieb des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren geschlossen, nachdem in dessen Produkten wiederholt Listerien nachgewiesen wurden. Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut einen dritten Todesfall durch Listerien-Keime bestätigt.

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  • Der französische Käsehersteller Le Moulis hat deutsche Verbraucher vor mehreren Sorten seines Rohmilchkäses gewarnt. Er könnte gesundheitsschädigende Bakterien enthalten. Betroffen seien die in mehreren Bundesländern an der Theke verkauften Produkte „Moulis vache“, „Moulis vache prestige“ und „Bethmale de marterat“, teilte das Unternehmen mit.

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Nur 42 Prozent der registrierten Betriebe kontrolliert

Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands forderte eine höhere Zahl von Kontrolleuren in den Behörden. „Wir als Bundesverband plädieren natürlich für mehr Personal, um die amtliche Lebensmittelüberwachung effektiv und flächendeckend durchführen zu können“, sagte Maik Maschke, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes. Die Kontrollzahlen seien zuletzt jedes Jahr gesunken. „Wir haben voriges Jahr knapp 42 Prozent aller registrierten Betriebe kontrollieren können“, so Maschke.

Für die Kontrolle sind die jeweils örtlichen Lebensmittelüberwachungsbehörden zuständig. „Vom Hersteller bis zum Lebensmittelgeschäft unterliegen alle 1,2 Millionen registrierten Betriebe der amtlichen Überwachung“, erklärte Maschke. „Die Kontrolle funktioniert grundsätzlich so, dass wir unangemeldet kommen.“

„Die Lebensmittel in Deutschland sind sicher“, sagte Maschke weiter. Besonders anschauen solle man sich beim Einkauf aber Lebensmittel, die gekühlt werden müssen – und Produkte, die in den vergangenen Jahren in den Statistiken auffällig waren: zum Beispiel Milchprodukte, Fleisch und Fisch.

Sind teure Lebensmittel, etwa Bioprodukte, prinzipiell unbedenklicher als konventionelle? Dazu sagte der Kontrolleur: „Auch teure Lebensmittel können beanstandet werden – etwa wegen Kennzeichnungsmängeln.“ Auch konventionelle Lebensmittel könnten, was die Lebensmittelsicherheit betrifft, sehr gut sein.