Korruptionsvorwürfe: Netanyahu nennt Anklage „Putschversuch“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat die Korruptionsanklagen gegen ihn scharf kritisiert. Diese seien ein „versuchter Putsch“ gegen einen Regierungschef, sagte er am Donnerstag. Er respektiere die Justizbehörden, aber man „muss blind sein, um nicht zu sehen, dass etwas Schlechtes bei der Polizei und im Büro der Staatsanwaltschaft vor sich geht.“ Ziel der Ermittlungen sei gewesen, eine rechte Regierung zu stürzen.

Netanyahu soll wegen Korruption vor Gericht. Das Justizministerium teilte am Donnerstag mit, Netanyahu solle wegen Betrugs und Untreue sowie Bestechlichkeit angeklagt werden. Dies ist das erste Mal in der Geschichte Israels, dass ein amtierender Ministerpräsident direkt vor einer Anklage steht.

Netanyahu erklärte, weiter als Ministerpräsident dienen zu wollen. Er warf den zuständigen Behörden unsaubere Arbeit bei den Ermittlungen vor. Er forderte eine unabhängige Untersuchung der Ermittlungsarbeit.

Grundsätzlich handelt es sich bei den Vorwürfen gegen Netanyahu um den Verdacht der Beeinflussung von Medien und die Annahme teure Geschenke befreundeter Milliardäre.

In Israel herrscht aktuell eine politische Krise, nach der Wahl im September waren Netanyahu und Herausforderer Benny Gantz mit der Regierungsbildung gescheitert.