Geldpolitik: Trump bezeichnet US-Notenbank als Feind

So scharf wie noch nie hat US-Präsident Donald Trump die Notenbank seines Landes kritisiert. „Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powel (sic) oder Präsident Xi?“, schrieb Trump nach einer Rede von Notenbank-Chef Jerome Powell auf Twitter. Er bezog sich damit auf Chinas Präsidenten Xi Jinping, den Namen von Powell schrieb er falsch.

Die Volksrepublik hatte kurz zuvor im Handelsstreit mit den USA neue Strafzölle auf US-Produkte im Wert von rund 75 Milliarden Dollar angekündigt. Powell wiederum machte in seiner Rede deutlich, dass er für die Fed, wie die Notenbank genannt wird, nur begrenzte Möglichkeiten sieht, auf die Auswirkungen des Handelskonflikts auf die US-Konjunktur zu reagieren.

Trump wirft der Fed vor, das Wachstum mit zu hohen Zinsen abzubremsen. Er hat schon seit Längerem mit der früheren Gepflogenheit gebrochen, dass sich US-Präsidenten aus Rücksicht auf die Unabhängigkeit der Notenbank mit Kritik an deren Entscheidungen zurückhalten. Stattdessen fordert er offensiv Zinssenkungen.

Ende Juli hatte die Fed den Leitzins zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren gesenkt. Trump ging der Schritt jedoch nicht weit genug. Die Notenbank reagierte mit der Zinssenkung auf den Handelskonflikt mit China, der zusehends auf die Weltkonjunktur und die heimische Wirtschaft durchschlägt.

Trump: „Wir brauchen China nicht“

Auf Twitter kündigte Trump nun an, noch an diesem Freitagnachmittag (Ortszeit) auf die neuen Strafzölle von China zu reagieren. „Wir brauchen China nicht“, schrieb Trump. Die USA seien ohne China besser dran. Er weise die „großartigen US-Unternehmen“ dazu an, sich nach Alternativen zu China umzusehen. Dies beinhalte auch die Rückkehr von Unternehmen in die USA.

US-Transportunternehmen müssten zudem alle Lieferungen von Fentanyl unterlassen, schrieb Trump weiter. In den USA wird das starke Schmerzmittel oft als Droge missbraucht und ist verantwortlich für Tausende Tote. China gilt als größer Produzent von Fentanyl weltweit. „Fentanyl tötet 100.000 Amerikaner im Jahr“, twitterte Trump. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping habe das Versprechen nicht eingelöst, das Problem zu lösen.

Der US-Aktienmarkt gab nach den Aussagen des Präsidenten deutlich nach. Der US-Dollar geriet zu allen wichtigen Währungen unter Druck.