Flughafen: BER-Betreiber prüft Ausweitung des Nachtflugverbots

Die Flughafengesellschaft des Hauptstadtflughafens BER will prüfen, ob sich dort innerdeutsche Flüge in der Zeit von 5 bis 6 Uhr vermeiden lassen. Das teilten die Eigentümer nach einer Gesellschafterversammlung mit. Berlin stimmte als Miteigentümer der von Brandenburg geforderten Prüfung zu, der Bund lehnte als Gesellschafter das Vorhaben ab.

Hintergrund ist ein vom Landtag Brandenburg angenommenes Volksbegehren. Dieses hatte ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr gefordert. Nach bisheriger Planung sollen am BER nur zwischen Mitternacht und 5 Uhr keine Flugzeuge starten oder landen dürfen, von 22 bis 24 und 5 bis 6 Uhr soll die Zahl der Flüge begrenzt sein.

Brandenburg hatte deshalb in Gesprächen mit den Miteigentümern Berlin und dem Bund gefordert, in der Zeit zwischen 5 und 6 Uhr nur noch Interkontinentalflüge zuzulassen.

Wie viel eine solche Ausweitung des Nachtflugverbots jedoch an den bisherigen Plänen ändert, ist fraglich. Der BER soll künftig die beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel ersetzen, an denen Interkontinental- und auch Inlandsflüge vor 6 Uhr ohnehin die Ausnahme sind. Es gibt nur sechs Langstreckenziele, in Tegel finden derzeit überhaupt keine Flüge vor 6 Uhr statt.

Wirtschaft lehnt Ausweitung des Nachtflugverbots ab

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wertete die geplante Prüfung als einen Erfolg. „Ich freue mich, dass sich Berlin damit jetzt auf die Seite Brandenburgs und der Anwohner des BER stellt“, sagte Woidke. „Der Beschluss ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg für eine zusätzliche Stunde Nachtruhe von 5 bis 6 Uhr.“

Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) sagte zu der potenziellen Ausweitung des Nachtflugverbots: „Es hat sich gezeigt, dass wir hier möglicherweise Spielraum für Maßnahmen haben, mit denen die wirtschaftliche Situation des Flughafens nicht maßgeblich beeinträchtigt wird.“

Die Wirtschaft warnte jedoch vor Zugeständnissen. „Das Ziel des BER ist es, Wirtschaft und Bürger in der Region besser an den internationalen Flugverkehr anzubinden“, teilten die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg mit. „Wer das Nachtflugverbot verschärft, verabschiedet sich davon.“ Ähnlich äußerte sich die Berliner Industrie- und Handelskammer.