CDU-Poltitiker: Friedrich Merz gibt Aufsichtsratsposten bei HSBC auf

Friedrich Merz gehört dem HSBC-Aufsichtsrat seit Juni 2010 an. Nun räumt der frühere Unionsfraktionschef den Posten beim Düsseldorfer Bankhaus. Merz stehe nicht mehr für eine weitere Amtszeit in dem Kontrollgremium zur Verfügung und werde turnusmäßig zur Hauptversammlung am 7. Juni aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, sagte ein Banksprecher.

Der Abschied Merz‘ aus dem Kontrollgremium wird in Bankenkreisen als Indiz für eine mögliche Rückkehr des Sauerländers in die Politik gewertet, wie die „Rheinische Post“ berichtete. Nach dem Scheitern seiner Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz hatte er allerdings wieder als Aufsichtsratschef der Deutschland-Tochter der Fondsgesellschaft Blackrock zu arbeiten begonnen.

Das Bekanntwerden von Merz‘ Rückzug bei HSBC kommt für Parteifreund und Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu einem heiklen Zeitpunkt. Der Minister sieht sich seit Tagen jeder Menge Vorwürfen ausgesetzt. Industrieverbände kritisieren seine nationale Industriestrategie 2030. Und im Hintergrund schwingt die Vermutung mit, dass mit Merz jemand anderes bereitstünde.

Treffen im Sauerland mit AKK am Abend

Alexander Mitsch, Vorsitzender der Werteunion, sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass Merz „jede politische Funktion sehr gut und erfolgreich ausüben kann und wird“. Die Werteunion ist ein Zusammenschluss konservativer Unionspolitiker. Merz selbst weist solche Spekulationen zurück. Dennoch wird nun mit Spannung auf das Treffen von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Merz im kleinen sauerländischen Eslohe am Abend geblickt.

Zumal Merz sich in den vergangenen Monaten aus einigen Gremien zurückgezogen – und andere Posten angenommen hat. So wurde im Februar bekannt, dass er den Vorsitz der Atlantik-Brücke aufgeben wolle – eines elitären Klubs mit Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Medien, zu dem auch Kanzlerin Angela Merkel gehört. Kurze Zeit später sickerte durch, dass der 63-Jährige Vizepräsident des Wirtschaftsrats der CDU werden soll, einer Vorfeldorganisation der Partei – und die Partei trotz anders lautender Ankündigung nun doch im anstehenden Landtags-Wahlkampf unterstützen wolle.

Im Dezember war Merz knapp bei dem Versuch gescheitert, Angela Merkel im CDU-Vorsitz zu beerben. Danach signalisierte er, er könne sich ein Ministeramt vorstellen. Auch daraus wurde nichts, ihm blieb nur die Rolle als informeller Berater der neuen Parteichefin Kramp-Karrenbauer.

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