Altersvorsorge: Sparer legen jeden fünften Riester-Vertrag auf Eis

Viele Sparer in Deutschland hadern mit der staatlich geförderten Riester-Rente. Nach aktuellen Schätzungen des Bundesarbeitsministeriums ruht derzeit jeder fünfte Riester-Vertrag. Die Anleger zahlen also keine Beiträge mehr ein, haben ihren Vertrag aber nicht gekündigt.

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Heft 32/2019

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Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Mit der staatlich geförderten Privatvorsorge sollten die Versicherten jene Lücke schließen, die durch ein sinkendes gesetzliches Rentenniveau entsteht.

Doch die Riester-Rente gilt wegen der seit Jahren stagnierenden Nachfrage und hoher Vertriebs- und Verwaltungskosten als Flop. Im ersten Quartal 2019 existierten rund 16.561.000 Verträge, das sind etwa 30.000 weniger als noch 2018. Die Verträge werden oft nur deshalb nicht gekündigt, weil die Kunden sonst staatliche Zulagen zurückzahlen müssten.

FDP fordert neue Altersvorsorge

Die zuständigen Ministerien zeigen sich ratlos, wie das Kostenproblem gelöst werden könnte. Hierzu habe die Bundesregierung ihre Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen, schreibt das für die Riester-Förderung verantwortliche Finanzministerium. Auch zur Frage, wie ein geplantes neues, standardisiertes Riester-Produkt aussehen könnte, gebe es keine abgestimmte Haltung.

„Die Bundesregierung kommt in einer wichtigen Frage wie der Altersvorsorge nicht vom Fleck“, kritisiert FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Er plädiert für ein neues „Altersvorsorge-Depot“, in dem alle Bürger aus ihrem Bruttoeinkommen Geld ansparen können.

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